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Tag 4 - Mensch/Hund wie Führungskraft/Mitarbeiter

Heute, am Sonntag, stand mit meiner Tochter wieder ein Besuch in der Hundeschule auf dem Programm – auch wenn wir (noch) keinen Hund haben. In der Hundeschule treffen sich Sonntag morgens bis zu 90 Hunde mit 5 Trainern. Wir durften heute bei den Gebrauchshunden und der Welpenschule zuschauen.

 

Auch wenn wir selbst früher zuhause einen Hund hatten, so wurde mir heute beim Beobachten der Mensch-Hunde-Teams wieder mal so richtig bewusst, wie Kommunikation funktioniert und dass sich das Zusammenspiel auch wunderbar auf die Führung von Mitarbeitern übertragen lässt:

 

Der Hund als Rudeltier braucht einen Rudelführer, in dem Fall den Menschen. Der Mensch muss eine gewisse Selbstsicherheit ausstrahlen, den Willen zur Führung haben, klare Signale geben, den Hund mit Anerkennung motivieren und vor allem konsequent sein. Also zu dem stehen, was er will und nicht ständig seine Meinung ändern.

 

Genauso verhält es sich in meinen Augen bei der Führung der Mitarbeiter. Eine Führungskraft, die Angst und Zweifel vor der Führungsrolle hat, wird von den Mitarbeitern nicht anerkannt. Es muss klare Ansagen geben, wohin man gehen möchte, welche Leistung man sich vorstellt. Nur wenn alle wissen, was das Ziel ist, können auch alle an einem Strang ziehen und das Ziel erreichen. Es funktioniert aber nur, wenn die Führungskraft verlässlich ist, wenn die Mitarbeiter wissen, wie sie dran sind.

 

Mit dem Punkt „mit Anerkennung motivieren“ habe ich so meine Schwierigkeiten. Im Fränkischen sagt man „net g’schändt, is g’lobt g’nug“. Also nichts zu sagen, ist schon genug gelobt. Doch Hand auf’s Herz, wer von uns, freut sich nicht über Anerkennung!? Wenn ich dann aber von Mitarbeitern höre, dass sie nicht genügend von ihrem Chef motiviert werden, dann stimmt auch was nicht! Ich muss meines Erachtens in einem Job als Mitarbeiter bereits eine Grundmotivation mitbringen. Es kann NICHT die Aufgabe des Chefs sein, die Mitarbeiter zu motivieren. Meines Erachtens sollte es in einem Team grundsätzlich ein Klima aus Wertschätzung und Anerkennung für die Leistung des anderen geben. Wenn das nicht vorhanden ist, machen die Mitarbeiter „nur ihren Job“, lässt die Teamarbeit zu wünschen übrig und letztendlich merken es die Gäste.