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Tag 11 - Das war dann wohl nix oder "in die Hose gegangen"

Wer, so wie ich, immer wieder Neues wagt, setzt auch mal was in den Sand. Und auch wenn es in Deutschland nicht unbedingt „chic“ ist, seine Misserfolge zu teilen, so mach ich es heute trotzdem. Ich bin schon immer mal gerne gegen den Strom geschwommen J .

 

Ich habe mich 2008 im Nebengewerbe selbstständig gemacht. Ich wollte Weihnachtsschmuck vermieten.

 

Was für eine Schnapsidee!? Oder wie cool ist das denn!?

 

Als ich noch für die Hotelgruppe gearbeitet habe, habe ich mir von der Dekorateurin eines Hotels jedes Jahr Weihnachten meinen Christbaumschmuck ausgeliehen. Sie hatte einen enormen Fundus an unterschiedlichen Kugeln, Sternen, Zapfen, und noch vielem mehr. Ich fand es toll, dass mein Weihnachtsbaum jedes Jahr anders aussah und ich mir die Sachen nicht kaufen musste. Denn toller Weihnachtsschmuck ist ziemlich teuer. Und so dachte ich mir, dass es anderen Menschen sicher auch so geht. Ich bin also mit der Dekorateurin zusammen auf die Trend-Set Messe nach München gegangen. Wir haben verschiedenen Kugeln eingekauft, die sich auch gut miteinander kombinieren ließen. Mit einem bekannten Fotografen haben wir wunderschöne Fotos gemacht. Den Webshop hab ich mit dem Baukastensystem von strato gemacht. Ich ließ einen Flyer, Geschäftsausstattung entwerfen und drucken, ich hatte eine Facebook Fanpage. Und von einem Mailing versprach ich mir enorme Resonanz, war ich doch der Meinung, dass die Welt nur darauf gewartet hat, seinen Weihnachtsschmuck zu mieten.

 

Doch nix war’s. Und warum war’s nix? Unter anderem weil:

 

  • ich den finanziellen Bedarf für entsprechende Ware unterschätzt habe, genauso wie die ziemlich hohen Bestellmengen, die pro Lieferant nötig waren.
  • ich bei der Business-Idee eigentlich nur der Ideengeber war. Das Know-how, wie die unterschiedlichen Sachen am Besten zu kombinieren waren, wie man sie dekoriert, das hatte nicht ich, sondern die Dekorateurin.
  • ich am meisten unterschätzt habe, dass die Menschen beim Thema „Weihnachten“ und „Weihnachtsschmuck“ sehr sehr sehr traditionsbewusst sind. Und bloß, weil ICH gerne jedes Jahr neue Deko an meinem Baum hatte, wollten das die anderen Menschen noch lange nicht.

 

 

Also wenn Du von einer Idee überzeugt bist, versuche Dich in Deine potenziellen Kunden hinein zu versetzen und zu schauen, ob Du mit Deiner Idee Ihre Bedürfnisse erfüllst, ob Deine Idee zu ihren Werten passt.